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Jig-Schnellwechselsystem im Eigenbau

Autor: Team Angelzeitung.de
Datum: 27.06.2006 | Views: 8457

Zuerst eine kurze Erklärung, weshalb ich mich meine Jigköpfe gerne selber bastele, wo es diese doch zu hauf in jedem Angelfachgeschäft zu kaufen gibt. Zum einen ist dies Ortsbedingt, hier in Norddeutschland unterliegen sehr viele Gewässer den Gezeiten der Nordsee. Hierdurch variiert, bei Ebbe und Flut, nicht nur die Wassertiefe sehr stark, auch die Fliessgeschwindigkeiten gehen von stehenden bis stark strömenden Verhältnissen. Durch die wechselnden Verhältnisse, ändern sich auch die Ansprüche an das Gewicht der verwendeten Jigköpfe während eines Angelns mehrmals. So, daß in den meisten Fällen der Gummifisch des öfteren den Jigkopf wechselt. Leider trägt dies nicht gerade zur Haltbarkeit der selbigen bei. Somit begab ich mich auf die Suche nach Jigs wo die Gewichte oder der Haken samt Gummifisch beliebig getauscht werden können. Es gibt auch einige, jedoch haben alle einen Haken. Wobei der Haken auch der selbige ist und zwar sind diese in der Regel extra für dieses Jigsystem angefertigt worden und können nicht unbedingt in jedem Angelfachgeschäft erworben werden.
Hier nun das Ergebnis meiner Tüftelei. Man nehme einen großen Langeschenkeligen Meereshaken. Kugelblei mit Loch in den gewünschten größen 8 bis 30 g und ein paar kleinere Haken. Als erstes werden alle Kugeblei der Länge nach aufgesägt, so daß letztendlich ein großes Kneifblei entsteht. Um das Blei "gängiger" zu machen, sollte das Blei mittel einem Seitenschneider geweitet und vergrößert werden. Danach wird der Haken in das gößte zu verwendene Blei gelegt und das Hakenör an die Bleikante gezogen. Nun wird der überstehende Hakenschenkel mit einer Zange gegriffen. Die Zange wird dann ganz an das Blei herangesetzt. Danach das Blei abnehmen und mit einer zweiten Zange das Ende mit dem Ör vorsichtig etwa 45 Grad in Richtung Hakenspitze biegen. Eigentlich haben lose Jighaken einen Winkel von 90 Grad am Ör, aber solch ein Knickwinkel ist nicht zu empfehlen, da die Haken in der Regel schlichtweg durchbrechen. Jetzt ist man schon so gut wie am Ziel. Man kann den Haken in jedes der vorgesägten Bleie legen und dies dann mit einer Hilfe einer Zange Festzusammendrücken. Zum wechseln des Bleies, wird dieses einfach wieder mittels einer Zange aufgespaltet und kann gegen ein größeres oder kleineres getauscht werden. Somit wäre das "Jig-Schnellwechselsystem" eigentlich fertig. Leider haben normale Jigs, aber einen kleinen Belag Blei mit Ausspahrung auf dem Hakenschenkel, welcher den Gummifisch am abrutschen hindert. Damit der Gummifisch nun auch auf dem hier verwendeten Haken hält, bastele ich aus diesem kurzerhand einen Zwillingshaken, wie einfach dies funktioniert habe ich bereits in einem vorherigen Artikel beschrieben (zum Artikel "Im Eigenbau, Zwillingshaken"). Der kleine zusätzlich angebrachte Haken sorgt nun dafür, daß die Gummifische sicher am Haken halten. Sollte der kleinere Haken etwas rutschen, kann der Haken auch mittels einem Seitenschneider gekappt werden. Und fertig ist das Jig-Schnellwechselsystem. Die nachfolgenden Bilder zeigen noch einmal die wichtigsten Schritte.

Abb.1: Materialen Abb.2: Lochblei aufsägen, dann mit Seitenschneider weiten zuletzt entgraten.
Abb.3: Am größten Blei Knickpunkt ermitteln. Abb.4: In Richtung Ör etwa 45 Grad biegen
Abb.5: Kleineren Haken als Zwillingshaken anbinden. Spitze des kleinen Haken kann, um ein Verrutschen zu verhindern, abgekniffen werden. Abb.6: Fertig montiertes Jig-Schnellwechselsystem

Abschlußbetrachtung: Leider zeigt sich gerade, bei der Verwendung von größeren Bleien (~20g aufwärts), daß diese etwas zu hart sind um sie Problemlos zusammen zu drücken und wieder zu lösen, aber alles in allem, wie ich finde, ein guter Anatz, welchen ich versuche weiter zu entwickeln.

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